Ich habe wieder angefangen …
Zu zeichnen. Auf Papier. So ganz ohne Strom. Früher konnte ich es mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, mal einen Tag nix zu kritzeln. Doch mit den Jahren und der Arbeit am Monitor bin ich immer weiter davon abgekommen, tatsächlich mit Stift und sogar Farbe auf Papier ans Werk zu gehen. Und dabei ist das so unendlich entspannend und auch ein guter Weg, sich von der rauschenden Umwelt mal wirklich effektiv abzukapseln.
Ich bin – wie schon öfter berichtet – ja ein großer Fan von »verschönerten« Notizbüchlein. Auch wenn es bei mir momentan kein Moleskine sondern ein Paperblanks ist, das sich von Copics durchweichen lassen muss, es macht viel Spaß. Im Zuge meiner Surf-Touren zu Tutorials und guten Preisen für Zeichenbedarf bin ich auf ein paar Tipps gestoßen, die ich unbedingt hier erwähnen möchte.
Fast unendlich ist der Fülle von Tutorials zum Umgang mit Copics, die Marianne Walker auf »I Like Markers« anbietet. Sie behandelt dabei die unterschiedlichsten Fragen auf Einsteiger– und auch Tipps-Niveau. Sehr lesenswert sind z.B. What colors should I start with?, Natural Blending Families und Feather Blending.
Was andere machen kann man sich natürlich am besten bei Flickr anschauen, z.B. in den folgenden Gruppen: Notebooks, Moleskinerie, Moleskine: One Page at a Time und Visual journals.
Berliner können übrigens Copics recht günstig im Zeichen-Center Ebeling und bei modulor erstehen. Beide bieten auch Versand an.
Danny Gregory befasst sich in Buchform schon lange mit dem Thema Zeichnen im Zusammenhang mit Journalen. Sehr zu empfehlen ist sein Buch »The Creative License: Giving Yourself Permission to Be the Artist You Truly Are«*, in dem er aus seiner eigenen Erfahrung heraus beschreibt, was man zeichnerisch in Journalen anstellen kann und warum man dies tun sollte. In diesem Buch macht er uns sehr lesenswert Mut, den Stift in die Hand zu nehmen und los zu zeichnen. Frei nach dem Motto: Ein schlechtes Bild gibt es nicht. Viele kleine Tutorials weisen den Weg. Gregorys neues Buch »An Illustrated Life: Drawing Inspiration from the Private Sketchbooks of Artists, Illustrators and Designers«* wird bald erscheinen.
Wer sich fragt, ob auch genug Durchhaltekraft vorhanden ist, ein ganzes Journal zu »verschönern«, kann zunächst mit Wreck This Journal* beginnen und sozusagen unter Anleitung ein Journal »verunstalten«. Noch mehr Ideen und Inspiration in Papierform, findet man sehr günstig
in »The Decorated Journal: Creating Beautifully Expressive Journal Pages«* von Gwen Diehn.
*(Amazon-Affiliate-Link)
So und nun: Weitermachen
!

Hi …
Das wollte ich auch schon lange. Mein Moleskin sieht grauenhaft aus. Danke für deine genialen Tips.
Mit welchem Copic Marker Set hast du begonnen.
lg
Marcus
Über Copics bin heute gerade bei Dussmann in der Comics-Abteilung gestolpert. Da ich damit aber gar nichts anfangen konnte, weiß ich nicht wie es da preislich aussieht. Jedenfalls hatten sie viele Farben da.
@Markus: Ich hab das 12er-Set B, 11 Buntfarben und black 100. Damit kommt man aber auf die Dauer nicht aus. Zusätzlich gleich mit dazu gekauft die Hautfarben E00 und E21.
@Jon: Danke für den Tipp. Da könnte ich auch mal wieder vorbei schauen
.
Ich will schon mein ganzes Leben zeichnen, weil mein Kopf so voller Bilder ist, aber ich kann es einfach nicht. Angeblich soll die Betty Edwards Methode ja auch so untalentierten Menschen wie mir das Zeichnen beibringen können. Daher bin ich bin sehr gespannt, denn im Januar geht’s los
Das klingt ja spannend, Ralf. Wirst Du direkt einen Kurs machen oder eher DIY?
Schön! Ich wollte schon immer zeichnen, Comics. Aber wenn ich mir dann meine “Werke” ansehe, dann denke ich mir immer, die sehen aus wie von kleinen Kindern gezeichnet. Vielleicht bin ich zu ungeduldig.
Ich finde es jedenfalls toll, wenn man so etwas kann und bewundere Menschen für dieses Können.
Ich denke, da bist Du vielleicht wirklich zu ungeduldig. So richtig zufrieden war ich eigentlich noch nie, denn man hat ja immer Potential für Verbesserung. Spaß muss es machen und eigentlich müsste man auch immer irgendwie am kritzeln sein. Das finde ich im Buch von Gregory schön beschrieben.
wirklich ein ganz gelungenes buch zum thema, vielen dank für deinen tip!
Ich werde hier in Düsseldorf einen Kurs besuchen, der über mehrere Wochen geht. Ich bin schon sehr gespannt, ob man mir noch was beibringen kann
Ich wollte auch immer zeichnen aber ich kann es einfach nicht… Jedes meiner “Wunder” werke sieht aus als ob es ein Tier gezeichnet hätte… Was kann ich bloß machen…
Hallo Manuela,
finde Deine kleinen Kunstwerke ganz entzückend. Habe mich immmer für einen Non-Artist gehalten, aber auf Deine Buchempfehlung hin und dessen Lektüre: “The Creative License” kritzle ich mit zunehmender Freunde nun täglich meine kleinen Objekte.
Mich würde nun einfach mal interessieren, ob Deine hübschen kleinen Menschlein so ganz aus Deiner Fantasie entsprungen sind oder ob Du auch hin und wieder nach Vorlagen zeichnest. Und vielleicht noch kurz, um Dir nicht zuviel Deiner kostbaren Lesezeit zu rauben, kannst Du vielleicht ein Buch empfehlen, das dem Autodidakten ein wenig Hilfestellung beim Erlernen dieser Kunst gibt. (Wie fange ich am besten an, welche Stifte nehme ich, wie führe ich diese etc.).
Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen.
Hannes
Hallo Hannes, das freut mich wirklich, zu lesen, dass mein Lesetipp nützlich war. Es ist wirklich ein tolles Buch!
Ich habe schon in der Schule immerzu diese Figuren gezeichnet und irgendwie kommt das selbst nach so vielen Jahren Pause wieder durch. Aber ich versuche mich auch an realen Personen und Gegenständen. Z.B. hier, hier und hier. Das sind Kombinationen in denen ich Erinnerung, Realgegenstand oder/und Bild verwendet habe.
Also, ich kann Dir die Bücher von Andrew Loomis empfehlen, wenn es um menschliche Objekte geht. Einfach genial. Und ansonsten gilt das, was wir überall lesen: Einfach zeichnen. Das versuche ich auch.