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Gedanken & Bilder von Manuela Hoffmann

Sonntag, 11. August 2013

Ein Traum auf Stand-by

Das Fahrrad ist wie ein spannender Traum auf Stand-by, der es immer wieder vermag, mich dazu zu bringen, mich von den Büchern und dem Computer loszureißen und der Faulheit und dem körperlichen Stillstand zu trotzen.

Auszug aus „Die Philosophie des Radfahrens (German Edition) von Ilundáin-Agurruza, Jesus“

Dieses Zitat könnte ich ebenso unterschreiben. Eine schöne Beschreibung des Radfahrens aus dem Buch „Die Philosophie des Radfahrens“. Ein Buch, das ich allen Radfahrern durchaus empfehlen würde. Es regt zum Nachdenken an, bestätigt Positionen, stellt andere in Frage. Jenseits von Technik und Fitness. Jetzt, wo die Hitze sich verflüchtigt hat und es sich morgens sogar schon eher herbstlich anfühlt, ist eine fantastische Zeit, auf das Rad zu steigen und dabei die Seele und das Hirn zu erfrischen. Hier z.B. heute im Viktoriapark in Berlin.

Radtour durch Berlin: Pause im Viktoriapark
Bike & Water @ Viktoriapark

Samstag, 4. Mai 2013

Vier Schwestern fotografieren sich jährlich über 36 Jahre

Die Schwestern Heather, Mimi, Bebe, und Laurie Brown aus Amerika haben es geschafft, über 36 Jahre jährlich ein Foto von sich zusammen zu machen. Sie begannen 1975 und haben das Projekt bis 2010 durchgezogen. Die Fotos sind als Buch erschienen. Als ich die Fotos sah, konnte man sie noch bei Bored Panda anschauen. Dort mussten die Fotos entfernt werden. Man kann sie aber z.B. über Moma finden.

Freitag, 3. Mai 2013

Berlin als Fahrradstadt im internationalen Vergleich

copenhagenize Index: Platz 8 für Berlin
The Copenhagenize Index 2013

Der Copenhagenize Index 2013 listet die weltweit fahrradfreundlichsten Städte. Berlin hat es auf einen wackeligen Platz Acht geschafft. Das sind drei Plätze schlechter als 2011, wo es noch Platz Fünf belegte. Die Berliner legen eine ähnlich pragmatische Einstellung zum Radfahren an den Tag wie Amsterdamer oder Kopenhagener Bürger, und das unabhängig von Alter und Geschlecht. Es wird angemerkt, dass man trotz der an sich guten Infrastruktur nicht wirklich gut vorankomme, in der Hauptstadt, in der bekanntermaßen das Geld an den falschen Enden verbaut wird.

Freitag, 3. Mai 2013

Jäger, Bauer, E-Man

Jäger, Bauer, E-Man. Prof. Dr. Gunter Dueck auf dem censhare Futureday 2012

Man kommt mit den althergebrachten Konzepten von Arbeit heute nicht mehr allzu weit, deshalb muss man sich auch im fortgeschrittenen Alter mit den neuen Anforderungen der Arbeitswelt bekanntmachen und sich auf sie einlassen. Das und mehr bespricht Prof. Dr. Gunter Dueck in diesem sehr unterhaltsamen Vortrag vom censhare Futureday 2012. Wer den Vortrag noch nicht kennt, sollte sich die Zeit nehmen, ihn anzuschauen. Es lohnt sich! Danke für den Tipp!

Donnerstag, 25. April 2013

Einfach fahren

Wenn man in den Siebzigern auf dem Dorf groß wurde, der Bus nur dreimal am Tag fuhr und der nächste Bahnhof 3km entfernt lag, fuhr man Fahrrad. Ohne Helm1, oft und stolz mit Pflaster auf dem Knie. In der Kindheit war das Rad mein Verkehrsmittel Nummer Eins und ich habe es geliebt. Hat mein Vater sein Auto gewaschen, habe ich mein Kinderfahrrad daneben gestellt und mitgemacht. Die Friedensfahrt war für mich jedes Jahr ein Ereignis und als es sich ergab, dass die Tour eines Tages sogar an unserem Haus – meinem kleinen Hausberg – vorbeizog, war ich ganz aus dem Häuschen. Als ich dann jeden Tag mit der S-Bahn fahren musste um für das Abi zu büffeln, brachte mich mein olles Klapprad, das immer noch fährt, verlässlich hin- und wieder zurück. Später dann, während des Studiums, war das Radfahren eine reine Freizeitbeschäftigung geworden. Erst zum Examen hin, wohnte ich so nah an der Uni, dass ich mit dem Rad fahren konnte. Dann kamen wieder ein paar Jahre, in denen ich das Rad nicht wirklich brauchte und nur zum Vergnügen und wenig fuhr. Als meine Tochter alt genug für die Kita war, fuhr ich dann wieder regelmäßig, 20km am Tag. Erst mit Kindersitz, dann mit viel Spaß dank ihrer Unterstützung und add+bike. Dann kam sie in die Schule und ich versuchte es zur Abwechslung mal mit Joggen. Das habe ich zwar ein Jahr lang durchgehalten, aber das gute Gefühl, das das Radfahren mir gibt, wollte sich partout nicht einstellen.

Lange Einführung, kurzer Sinn: Im Juni 2011 kaufte ich mir mein jetziges Rad und damit habe ich heute Kilometer 10.0002 überrollt. Das ist schon einen kleinen Artikel wert, finde ich :-).

Zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter, mit add+bike und jetzt ohne, voll bepackt mit Reiseutensilien (wie sich das für Mamas gehört), in Dänemark, Schweden, auf Fischland-Darss-Zingst und natürlich rund um und in Berlin. In diesem Jahr sind erst etwas mehr als 1000 Kilometer zusammengekommen, weil es sich aus diversen Gründen nicht anders machen lies und der lange Schnee mich abgehalten hat. Ich fahre selten Auto, oft Bahn und noch lieber Rad.

Warum? Ich bin ein unruhiger Geist und komme eigentlich nie zur Ruh. Ich kann mir unendlich viele Gedanken machen. Immer. Außer auf dem Rad. Durch die Bewegung und die rund 90 Minuten auf dem Rad mehrmals die Woche, fühle ich mich ausgeglichener, ruhiger, motivierter, kann besser denken und schlafen. Es gibt fast nichts Schöneres als an einem kühlen Morgen allein mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher lange durch die Gegend zu rollen3.

Stevens Galant SX auf dem Tempelhofer Feld, irgendwann letztes JahrLetztes Jahr auf dem Tempelhofer Feld

Und immer mit dem selben Rad? Schon sehr oft habe ich überlegt, ein zweites/anderes Rad anzuschaffen. Offenbar bin ich immer noch so zufrieden, dass ich mich nicht durchringen konnte. In den 10.000km gab es am Stevens Galant SX lediglich die üblichen Platten, neue Bremsbeläge, geklaute Fahrradtaschen und eingefrorene Bremsen im Winter zu beklagen. Und bei all dem Kult, den man um Räder machen kann (und wo ich wohne, wird viiiiel Kult betrieben): Sooft wie möglich fahren und es spüren, das ist es.

Kleine Statistik dank dailymile: 10.002km in 383 Aktivitäten in 485,6 Stunden seit 12.6.2011. Längste Tagesfahrt: 101.45km.

  • [1] Gab es damals noch nicht. Heute und in Berlin finde ich Fahrradhelme sinnvoll.
  • [2] Ok, sicher war das schon ein paar Kilometer vorher, denn jeden habe ich wohl nicht getrackt.
  • [3] Nur muss man jetzt, wo es endlich wärmer wird und da Berlin ja Fahrradstadt (ich sage nur Leihräder) werden will, immer früher starten.

Freitag, 19. April 2013

Day One und Slogger: Mehr als nur ein Tagebuch für Mac OS X und iOS

Wie man seine Aktivitäten auf verschiedenen Netzwerken automatisch in Day One loggt.

Day One ist ein fantastische App für Mac OS X und iOS um Momente und Bilder festzuhalten. Es wird von vielen Menschen so unterschiedlich genutzt, dass es eine eigene Liste gibt, die Anwendungsbeispiele zeigt. Man kann mit Day One jede Art von Logbuch umsetzen, sei es ein Tagebuch, ein Fitnesslog, ein Kochlog etc.

Verwendet man die iOS-Versionen (für iPhone und iPad), werden jedem erstellten Beitrag automatisch Ort und Wetter hinzugefügt. Man kann Tags vergeben und Markdown zum Schreiben verwenden. Zudem ist die App eine der bestgestalteten Apps, die ich kenne und es macht mächtig Spaß sie zu verwenden.

Screenshot der iPhone-Version von Strava mit dem Kalender von gestern.
Day One: Screenshot vom iPhone mit automatisch generierten Einträgen des letzten Tages.
Screenshot der iPhone-Version von Day One mit einem Strava Log.
Exemplarischer Strava-Eintrag über das entsprechende Plugin.

Vor Kurzem bin ich von Walter, alias ashility, auf Slogger, kurz für „Social Logger“, aufmerksam gemacht worden. Mit ein bisschen Anpassung – und Frickelei im Terminal – kann man Slogger dazu bringen, Daten von den verschiedensten Quellen abzuholen und automatisch in Day One zu speichern. Automatische Speicherung mag nicht jedermanns Sache sein, aber wer sich dafür interessiert, sollte sich Slogger anschauen. In meinem Falle war es so, dass ich versucht habe, Touren mit dem Rad und fitBit-Daten, regelmäßig einzutragen. Oft habe ich es jedoch schlicht vergessen. Zu Slogger hat mich also die Tatsache geführt, dass u.a. ein Plugin für Strava (zu dem ich mich anmelden musste, weil ich ja eigentlich dailymile nutze – aber das ist eine andere Geschichte) und eines für fitBit vorhanden sind. Weitere Dienste, die per Plugin unterstützt werden, sind z.B. Github, Flickr, Last.fm, Twitter, Instapaper, Foursquare, Pinboard, Goodreads, App.net, SoundCloud, Gist, Readability, Things, GetGlue, OmniFocus und andere mehr. Jedes RSS-Feed lässt sich einbinden. Alle Einträge eines Feeds werden dann pro Tag gesammelt in einen Day One Eintrag geschrieben. Für Weblogs für die man gesonderte Einträge haben möchte, ist es möglich, über den „BlogLogger“ Artikel als einzelne Beiträge in Day One zu erstellen.

Die Konfiguration ist nicht ganz so straightforward, wie man hoffen mag, handelt es sich eben um ein Skript. Nach dem Download muss man das Skript per ./slogger im Terminal einmal starten um die Konfigurationsdatei slogger_config anzulegen. Diese kann man im Editor der Wahl bearbeiten.

Screenshot der iPhone-Version von Strava mit dem einem surfgarden-Blogbeitrag
Hinweis auf den Beitrag “Climb a Mountain, tell no one“ hier auf surfgarden.

Für alle Plugins, die sich im gleichnamigen Ordner „plugins“ befinden, wird automatisch eine Konfiguration in slogger_config erstellt, die anzupassen ist. Plugins, die nicht gebraucht werden, kann man nach „plugins_disabled“ verschieben. In diesem Ordner befinden sich weitere Plugins, die bei Bedarf nach „plugins“ zu verschieben sind. Hat man ein neues Plugin verschoben, muss wieder ./slogger gestartet werden. Automatisch werden die Konfigurationsparameter dann in slogger_config geschrieben. Jedes Plugin ist so aufgebaut, dass es im Kopf eine kurze Beschreibung hat, in der auch steht, welche Daten man gegebenenfalls von den entsprechenden Diensten braucht. Wie gesagt, die Einrichtung dauert ein bisschen, aber es lohnt sich. Da Day One die Vergabe von Tags unterstützt, können diese auch in der Konfiguration festgelegt werden. Alle Tags werden dann automatisch als Systemtags verwendet. Um Slogger nun automatisch jeden Tag aktiv werden zu lassen, steht eine launchd-Aufgabe bereit, die man über install.rb startet. Das bewirkt, dass das Skript automatisch jeden Abend um 23:50 Uhr gestartet wird. Ist der Mac gerade offline, arbeitet Slogger die Aufgabe zum nächstmöglichen Zeitpunkt ab. Aktuell loggt Slogger für mich nun seit einer Woche die Dienste, die ich häufig nutze: App.net, Twitter, Pocket, Foursquare, Strava und fitBit. Außerdem hält es die bei OmniFocus abgehakten Aufgaben fest.

Man müsste noch viel mehr zu den Features und den Anpassungsmöglichkeiten beider Programme schreiben, doch das wäre vielleicht für den ersten Eindruck etwas verwirrend. Die github-Seite von Slogger gibt genaue Informationen über die Installation und sämtliche Konfigurationsmöglichkeiten. Außerdem ist das Readme essentiell für die Konfiguration. So ist es z.B. auch möglich, die Daten rückwirkend für alle oder auch nur für einen Dienst abzugreifen. Um die Fotos der letzten dreißig Tage von Flickr abzuholen, wäre das z.B. ./slogger -o FlickrLogger -t 30 .

Warum das Ganze? Auf meinem iPhone habe ich die nette kleine App Timehop, die es nur für iOS gibt. Timehop zeigt mir Aktivitäten der letzten Jahre an. Ich kann sehen, was ich vor einem, vor zweien, … vor sieben Jahren bei Flickr, Twitter, Foursquare gesichert habe. Oft erinnern wir uns in der Familie gern zurück, wenn ich sage, heute vor vier Jahren waren wir zusammen … Ich sehe Fotos meiner Tochter, als sie noch sooo klein war ;-). Und das alles nebenbei, als kleine Überraschung. Das finde ich wunderbar und denke, mir auf diesem Wege meine eigene kleine Zeitreise zusammenbasteln zu können. Sollte es Day One dann doch so lange nicht geben, wovon ich nicht ausgehe, steht mir ein prima Export-Filter bereit, mit dem ich all meine Daten zumindest sichern kann.

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