logoGedanken zu Lesenswertem, zu Fotografie, Apps und Fahrradfahren - und dem, was passiert während anderes geplant wird.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Unterwegs

Laufen.
Nicht denken.
Atmen.
Auftanken.
Sehnsucht.

Winterpause am Strand von Zingst
Winterpause am Strand von Zingst

Zugewehte Buhnen im Nationalpark
Winterlich zugewehte Buhnen im Nationalpark

Februarsturm in Ahrenshoop
Februarsturm in Ahrenshoop

Das Haus am Meer
Das Haus am Meer

Zwei halbe, zwei volle Tage am Meer. Lang genug um klarer zu denken, kurz genug um sofort wieder losfahren zu wollen. (Das nächste Mal mit dann aber mit dem Rad durch die Sonne ;-).)

Montag, 21. Januar 2013

Gelesen und Markiert 02/13

Eine ziemlich anstrengende Woche, in der ich trotz Erkältung nicht so richtig zum Lesen gekommen bin, liegt hinter mir. Kurzweiliges und Tiefgründigeres, das mich etwas länger beschäftig hat, war trotzdem dabei. Momentan lege ich alle gelesenen Artikel in Evernote ab (um später mal einen Überblick zu haben, was und wie viel eigentlich durch Instapaper und Co. fliesst). Darunter befindet sich Folgendes:

Cola macht schlank und depressiv, wie alle Softdrinks. Kaffee wirkt einer Depression entgegen, wenn man mehr als vier Tassen täglich trinkt. Nur kommt da dann die Sache mit dem Koffein ins Spiel, das allerhand Unwohlsein erzeugen kann. Twitter kann helfen, persönliche Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und ja, sogar Diäten besser durchzuhalten. Wer sich bewegt, hilft seinem Körper, besser einschätzen zu lernen, wann er satt ist, sagt Gretchen Reynolds in der NYT. Woody Allen ist bekennender Hypochonder, oh Pardon: „Alarmist“ und natürlich begnadeter Texter. Amüsant und unterhaltsam ist deshalb sein „An Inside Look“ in der Times. Zum Abschluss dieses doch recht medizinisch geratenen Komplexes dieser Woche (erkältungsbedingt?) berichten Ärzte im Guardian, was sie aus ihrer Erfahrung ganz sicher nicht für sich selbst in Erwägung ziehen würden.

Inklusion ist in Berlin momentan ein hoch diskutiertes Thema. Norwegen ist uns da schon um Einiges voraus. Hier werden seit den 70er Jahren, Behinderte zusammen mit Nicht-Behinderten unterrichtet. Nikolai ist blind und geht in die 9. Klasse. Etwas mehr über seinen Alltag erfahren wir in diesem Bericht bei Arte. Er zeigt aber auch, dass Blinde bei aller Inklusion das starke Bedürfnis verspüren, sich mit anderen Blinden auszutauschen. Egal, wie und wo gelernt wird: Motivation ist alles, auch in Mathe.

Ernährungstechnisch und wirtschaftspolitisch hat mich der Artikel zur Massentierhaltung einmal mehr über meinen eh schon sehr spärlichen Fleischkonsum nachdenken lassen.

Es sind Bilder, der jeden erschaudern lassen, der sie einmal gesehen hat: Hühner, die im Millisekunden-Takt von Maschinen getötet werden. Küken, die geschreddert werden, weil sie männlich sind, und sich darum ihre Mast nicht lohnt. Schweine, denen die Ringelschwänzchen abgeschnitten werden, weil sie sich die sonst unter dem Stress der Massentierhaltung gegenseitig abknabbern würden.

Deutschland wird immer mehr zum Massenfleischproduzenten für die Welt.

Mit einer anderen Art von Wertschöpfung beschäftigt sich Dirk von Gehlen und spricht über den Wandel, den Journalismus heute erfährt, über Vertrauen und auch, wie heute dafür bezahlt wird.

Recht altmodisch wahrscheinlich in diesem Zusammenhang, habe ich ein Digi-Probe-Abo von Die Zeit abgeschlossen und freue mich auf das, was künftig auf iPad und Co. landen wird.

Ich habe gewonnen! Dank Readmill und Rosenfeld Media darf ich nun See What I Mean – How to use Comics to communicate Ideas von Kevin Cheng mein eigen nennen. Außerdem habe ich sehr nettes Feedback zu meinem Buch bekommen. Dankeschön :-).

Reiher am Wannsee
Eisige Kälte zwingt uns in Berlin momentan dazu, Lage über Lage anzuziehen, bevor wir das Haus verlassen. Die Reiher am oder besser auf dem Wannsee sind da abgehärteter :-).

Montag, 14. Januar 2013

Gelesen und Markiert 01/13

Letzten Montag begann mit Ferienende und Schulbeginn für mich auch wieder der normale Arbeitstrott. Die Zeit, in der sich mein Instapaper den Tag über füllt und idealerweise abends wieder etwas leert. Was hängenblieb waren z.B. folgende Beiträge:

Zu Jahresbeginn tragen sich viele mit den Gedanken, ein „besseres“ Leben zu führen, bewusster zu leben, besser zu essen, … Yvetta Fedorova klärt in diesem Zusammenhang über Food Myths auf. Im Tagesspiegel weist Hartmut Wewetzer darauf hin, dass etwas Übergewicht offensichtlich ganz gesund ist. Die gleiche Studie wie er hat auch die NYTimes gelesen und bezeichnet es als „Our Imaginary Weight Problem“. Auch sehr beliebt zu Jahresbeginn ist es ja, sich auszumalen, wie das oder die kommenden Jahre wohl werden. Dabei sehen wir keine allzu großen Unterschiede zu unserem jetzigen Selbst (obwohl wir uns in der Vergangenheit ja ziemlich gewandelt haben). Dieses Phänomen bezeichnet man als „end of history illusion“ in dem wir unser Entwicklungspotential für die Zukunft weitestgehend unterschätzen und annehmen, wir werden in Grundzügen bleiben wer wir jetzt und wie wir jetzt sind. Die Süddeutsche meint zur gleichen Studie: „Für immer ich“.

Die Sesamstrasse wird 40 und hat eine ganze Generation geprägt. Bei „Shouting Into The Void“ macht man sich Gedanken über die Big Bang Theory und stellt zusammenfassend richtig fest: „We aren’t laughing with Leonard, Sheldon, Raj and Howard. We’re laughing at them. Chuck Lorre has given us four exceptionally intelligent, nerdy main characters and he’s positioned us as an audience against them.“

Mit dem Thema Tod und Social Media wurden wir in der letzten Woche mehrmals konfrontiert. In New York kamen mehrere Menschen unter einem Zug ums Leben. Mit der Wirkung auf die Bahnangestellten befasst sich „Subway Deaths Haunt Those at Trains’ Controls“. Aaron Swartz, der Mitbegründer von Reddit und Creator von RSS nahm sich Ende der Woche das Leben. Bereits 2010 nahm sich Dylan Yount das Leben als er in San Francisco von einem Hochhaus sprang. Das Verstörendste daran: Über 45 Minuten twitterten unten die Menschen, schrieben sich SMS und Facebook-Nachrichten, sendeten Fotos und warteten. Albert Samaha berichtete darüber Anfang des Jahres in „Public Influence: The Immortalization of an Anonymous Death“.

Die Generation Internet braucht Schutz“ sagt Johnny Haeusler in der WIRED. Zusammen mit seiner Frau hat er das Buch „Netzgemüse“ zum Thema veröffentlicht, das auf mich schon als eBook wartet.

Erziehen wir dieses Gemüse frei von Klischees? Lesenswert dazu in der ZEITOnline „Das sind JUNGS!“. Für die Süddeutsche befasst sich Harald Eggebrecht in „Robinson Crusoes furchtbar korrekte Abenteuer“ mit Änderungen in Kinderbuch-Klassikern.

Noch einmal gelesen habe ich „The Way I Work“: Jason Fried von 37Signals berichtet über sein Leben und seinen normalen Tagesablauf. Da 37Signals ja doch ihren sehr eigenen und gleichzeitig sehr erfolgreichen Weg gehen, ist das eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die selbständig oder freiberuflich arbeiten.

Ryan Block verlässt Instagram nicht aus den in letzter Zeit so häufig diskutierten Gründen, nein, er stellt in „Why I’m Quitting Instagram“ eine Frage, die wir uns viel zu selten stellen: „Why stay?“.

Joel Gascoigne hat alle Benachrichtigungen an seinem iPhone abgeschaltet und empfiehlt das jedem Smartphonebesitzer in „Zero notifications“. Alle Benachrichtigungen werde ich ganz sicher nicht abschalten. Die Dienste, die „durchkommen“ wird sicher jeder genauestens geprüft haben. Allerdings habe ich mich zu Beginn des Jahres einiger Dienste entledigt, bei denen ich z.T. eh nur angemeldet war. Auch jeder Newsletter, der in meiner Mailbox gelandet ist und für mich nicht von Interesse war, wurde bisher abgemeldet. Das ist auch schon einmal ein gutes Gefühl.

Ich wünsche einen guten Start in die nächste Woche mit meinem absoluten Lieblingsshot der letzten. Bei einem Spaziergang beobachteten wir eine aufgescheuchte Krähenkolonie.

Krähenkolonie

Das war der erste Wochenrückblick dieses Jahr (von hoffentlich vielen ;-)).

Montag, 10. Dezember 2012

Lesenswert: „Drüberleben“ & „Die Vermessung der Welt“

Zwei Bücher, wie sie wahrscheinlich thematisch unterschiedlicher nicht sein könnten, habe ich in den letzten Wochen als eBook gelesen. Beide haben sich fast wie von allein gelesen und deshalb möchte ich sie hier eben empfehlen. Zu Büchern komme ich immer irgendwie über die verschiedensten Ecken und nicht unbedingt immer dann, wenn sie gerade auf den Hit-Listen stehen.

Cover: Drüberleben
Drüberleben: Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein“ von Kathrin Weßling
Cover Kehlmann, Die Vermessung der Welt
Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann

Drüberleben“ hatte ich schon länger auf dem Wunschzettel, da ich schon das Blog sehr gern gelesen habe. Es geht um Ida, ihre Depression, ihren erneuten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik und das, was sich daraus entwickelt. Das Buch habe ich unheimlich schnell gelesen. Es ist klug, feinsinnig, bissig und auch witzig geschrieben. Ein sehr gutes Buch, das man nach dem Lesen noch mit sich rumträgt. Im Kopf.

Die Vermessung der Welt“ gibt dem Leser einen rasanten Einblick in die Lebenswege zweier sehr individueller Persönlichkeiten: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauss. Während ich von Humboldt doch schon Einiges wusste – und er mir nach kürzlichen Besuchen im Berliner Naturkundemuseum wieder präsent war, hatte ich mir über Gauss nicht mehr Gedanken gemacht, als das die Schule mit sich gebracht hatte. Umso netter fand ich diesen amüsante geschriebenen Roman, der sich leicht mal ebenso weglesen lässt. Unterhaltsam.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Vielen Dank für das Leben

Hörbuch: »Vielen Dank für das Leben« von Sibylle Berg, gelesen von Gustav Peter Wöhler

Hörbuch Cover
»Vielen Dank für das Leben« von Sibylle Berg, gelesen von Gustav Peter Wöhler. Hörbuch bei Amazon (Partnerlink)

Es ist ein berührendes und bedrückendes Buch. Eines, das man im Kopf mit sich trägt, lange nachdem das letzte Wort verhallt ist. Beim Hören stellte sich bei mir nie diese gewisse Zufriedenheit ein, immer blieb ich angespannt und wollte manchmal auch gar nicht mehr wissen, was noch im Leben dieses ganz besonderen Menschen Toto geschehen wird. Dieses “und weiter”, das die einzelnen Abschnitte voneinander trennt und von Gustav Peter Wöhler so pointiert vorgetragen wird: Es lässt einen oft denken, “Nein, nur nicht weiter.” Es ist ein vielschichtiges Buch: Scharf, zynisch, brutal, ehrlich, sarkastisch und gleichzeitig einfühlsam und wunderschön.

Hörbücher nehme ich meist mit aufs Rad, da mir Musik gerade bei längeren Fahrten auf die Dauer zu langweilig geworden ist. Mit diesem Buch war ich gefühlt schneller unterwegs und so richtig unentspannt – obwohl es auch Stellen gab, an denen ich ob der messerscharfen z.T. humorvollen Beschreibungen unserer Gesellschaft, auflachen musste. Zu Ende gehört habe ich es dann doch Zuhause, weil ich gespannt war, wie ein so bedrückendes Buch seinem Titel »Vielen Dank für das Leben« am Ende noch gerecht werden will.

Als Hörbuch sehr zu empfehlen.

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