Man hat den Eindruck, »Getting things done« oder kurz GTD ist heute vor allem bei Mac-Nutzern in aller Munde. Jeder verwendet das von David Allen entwickelte System der Selbstorganisation nach eigenen Bedürfnissen und Prämissen und nennt es dann halt meist GTD oder »Listen machen«. Die Idee, alles, was man im Kopf hat in kleinstmögliche Einheiten zu splitten und aufzuschreiben um damit den Kopf frei zu bekommen, ist einfach und eignet sich hervorragend für die Ausarbeitung am Rechner. Und so gibt es unzählige Tipps, Tutorials und Tools, die den Nutzer dazu anregen sollen, die vielen schönen Listen auch abzuarbeiten.
Ich selbst lese Artikel zum Thema Selbstorganisation sehr gern, vorzugsweise bei 43 Folders, Lifehacker oder Lifehack.org. Und ich habe auch schon eine Menge Tools ausprobiert. Von relativ geradlinigen Ansätzen wie iGTD, Ghost Action, Backpack oder Actiontastic hin zu üppigen Lösungen wie Midnight Inbox oder den brandneuen Überfliegern OmniFocus und Things, die bisher nur in geschlossenen Tests zu haben sind und sehr beeindrucken. Mein Problem mit den letztgenannten Programmen: Sie sind zu schön, haben zu viele Features für mich. Ich nehme mir viel Zeit, Tasks einzutragen und diese zu kategorisieren und mich den Programmstrukturen anzupassen. Nicht optimal.
Und so habe ich in der letzten Woche dann doch noch mit Taskpaper die scheinbar passende Lösung für mich derzeit gefunden. In der kurzen Zeit, in der ich es benutze, habe ich wirklich das Gefühl, organisiert mehr geschafft zu haben als vorher. Warum ist das so? TaskPaper bietet alles, was ich brauche aber nicht mehr. Man kann das Programm an sich nicht »stundenlang« anpassen.

TaskPaper arbeitet mit einem Textfile, was das Programm natürlich auch enorm schnell macht. Die Formatierung ist genial einfach: Alles mit einem »:« am Ende wird ein Projekt und automatisch verlinkt. Alles mit einem »-« am Beginn wird zur Aufgabe und kann abgehakt werden, alles mit einem »@« wird zum Tag. Auch diese werden automatisch verlinkt und beim Tippen vervollständigt. Verlinkungen lassen sich per CMD+Klick in einem neuen Tab öffnen. Projekte und Tags sind über die Werkzeugleiste erreichbar. Abgehakte Aufgaben können archiviert werden. Es gibt Erweiterungen für Vim, BBEdit und TextMate. Auch eine Weblösung steht zu Verfügung.
Ich habe momentan drei TaskPaper-Dokumente: eines für meinen Kopf, eines für meine Arbeit und eines für mein neues Buch. Alle sind auf der iDisk abgelegt und lassen sich über Leopards Dock als Stapel schnell erreichen. Der Entwickler Jesse Grosjean, bekannt durch Writeroom, bittet im TaskPaper Forum um Wünsche und Feedback um die Software nach den Wünschen der Nutzer zu verbessern. Was will man mehr? Mehr Features? Sind auf dem Weg. Viel mehr Features? Dann sollte es vielleicht besser OmniFocus oder Things werden. Für mich, meine Homeoffice und mein Moleskine bietet TaskPaper momentan wirklich eine verlässliche Lösung, die ich nicht mehr missen möchte. TaskPaper kann kostenfrei getestet und bei Gefallen momentan für $18.95 erworben werden. Viel Spaß beim Testen!
Update: Am 1. November 2007 ist TaskPaper als MacUpdate Promo für $10.95 zu haben.